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Seit Monaten werden die politschen Pläne des deutschen Innenministers zu den Themen Onlinedurchsuchungen, Vorratsdatenspeicherung und sonstiger elektronischer Verbrechensprävention heiß diskutiert, da rumort es an einer anderen Front. Zum zweiten mal binnen drei Tagen wurde die Internetseite von Dr. Wolfgang Schäuble Opfer einer Attacke.

Während am vergangen Mittwoch das benutzte Content-Management-System durch einen Fehler in der Suchfunktion aus dem Tritt kam, fand am heutigen Tage (an dem übrigens ein bundesweiter Aktionstag gegen Schäubles Pläne stattfindet) dann wohl auch fremder Code seinen Weg auf den Server.

schaueble_2Grundsätzlich ist die moderne Internautin der Meinung, dass digitaler Vandalismus auch gegenüber politischen Gegnern keine Auseinandersetzungsform ist. Trotzdem ist der Gedanke spannend, dass ausgerechnet derjenige, der mit weitreichenden Befugnissen für Polizei und Geheimdienste die Grundrechte einschränken möchte und im Zuge der Vorratsdatenspeicherung das Fernmeldegeheimnis zumindest für digitale Medien weitgehend außer Kraft gesetzt hat, einmal von Aktivistas die Grenzen aufgezeigt bekommt.

Mehr noch: Stellt sich nicht gerade jetzt die Frage, ob jemand, dem beinahe täglich die eigene Website gehackt wird, der Richtige ist, um auf die von den Behörden gesammelten Daten aufzupassen? Wohl kaum – zumindest ist der erneute Hack doch ordentlich peinlich und macht Lust auf die Zukunft.

Was ja nun auch wieder ein schöner Gedanke ist.

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