Nicht mein Land. Kein Land.

Seitdem am vergangenen Wochenende die AfD im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern zweitstärkste Partei geworden ist entbrennt die Suche nach den Ursachen wieder neu. Während die eine Seite darüber schwadroniert, das sich Menschen abgehängt fühlen faselt die andere von Nazis. Mir ist das egal, denn beides ist falsch.

Vorweg: Meine eigene Familie wurde in Deutschland mal mehr, mal weniger willkommen geheissen. Meine Vorfahren, Grossmütter, Grossväter, Onkels und Tanten waren entweder Kommunisten, Dänen, Polen, Juden, Nazis, Spiesser und Migranten – und manchmal auch mehreres davon. Einer meiner Onkel war Spanienkämpfer, während einer meiner Grossväter seine dänischen Wurzeln erst ignorierte, und dann, als es Butter gab, wiederentdeckte. Der ostpreussische Teil der Familie suchte sein Heil im strengen Katholizismus, während ein andere Teil – aus dem obskureren Osten – einer anderen Religion huldigte und sich fröhlich durchschlemihlte. Allen gemeinsam war: Sie waren nicht von hier.

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Und täglich grüsst das Murmeltier

Die Posse um den ‚Landesaktionsplan Echte Vielfalt‘ in Schleswig-Holstein geht weiter – heute berichtet das Hamburger Abendblatt erneut über das Thema.

Kernsatz des Sozialministeriums:

Zurückfordern könne das Land die bereits ausgegebenen 20.000 Euro nicht. „Der Lesben- und Schwulenverband hat die beauftragte Leistung erbracht und die dafür vereinbarte Vergütung erhalten.“

Da steckt allerdings noch mehr drin – das Abendblatt erwähnt ausdrücklich Verstöße gegen das Vergaberecht durch „diesen Verband“, berichtet von einer Kleinen Anfrage aus der CDU-Fraktion und berichtet über vorsichtige Rückruder-Versuche der SPD.

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Strange fruits

Seltsame Dinge geschehen, wenn man sich als Whistleblowerin betätigt und irgendetwas offenlegt, dass nicht okay ist. Verwundern tut das nicht, denn wer jemandem auf den Fuss tritt, der erwartet eine Reaktion. Dabei läuft es allerdings nicht immer so wie man sich das wünscht – nämlich in Form von ‚Abstellen des Missstands‘.

Ich habe in den vergangenen Monaten relativ viel zu den Verbindungen zwischen LSVD Schleswig-Holstein, der SPD-Landtagsfraktion in Kiel und einem Träger namens Petze-Institut beim Thema ‚Landesaktionsplan echte Vielfalt in Schleswig-Holstein‘ gebloggt. Nein, ich habe nicht erwartet, dass man mich mit Rosen bewirft. Ich habe zunächst erwartet, dass die Beiträge kommentiert werden. Fehlanzeige. Weiterhin habe ich erwartet, dass ich Post in Form einer vorgefertigten Unterlassungserklärung bekomme. Ebenfalls Fehlanzeige. Eine Anfrage zur Gegendarstellung habe ich ebenfalls nicht bekommen, und so scheint es, dass keiner der Beiträge, die in einer Serie über Monate erschienen sind, ernsthafte inhaltliche Fehler aufgewiesen haben, die man jetzt gerichtlich klären lassen könnte, sollte, müsste oder gar wollte.

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Neues von der Admin-Front: Ganz unten.

Ganz unten ist man, wenn man einen Mailserver so konfigiruert, dass er Sender  mit der folgenden Meldung beglückt:

Entschuldigen Sie, aber der Mailserver konnte Ihre untenstehenden Nachrichten nicht zustellen.

I am deeply sorry, but I was not able to deliver your mail to the following addresses:

example@example.com.de : Unable to connect to 127.0.0.1: Connection refused Ich gebe auf, denn ich habe es 20mal versucht und weiß nicht mehr weiter. Berechtigte Beschwerden richten Sie bitte an admin@example.org.

This is a permanent delivery failure. The delivery has been tried 20 times and will not be rescheduled again