Vorläufig gescheitert – Landesaktionsplan Vielfalt (13)

Im letzten Posting hatte ich einen kurzen Blick in den Entwurf der Arbeitshilfe für Lehrer_innen gewagt, die mit dem Titel „Echte Vielfalt unter dem Regenbogen“ für mehr Vielfalt in Schulen und in den Köpfen von Schulkindern sorgen soll. Nein, diese Arbeitshilfe ist immer noch nicht erschienen, und das ist schade. Und es ist klar: ein Entwurf ist vorläufig, die Arbeit daran ist ‚Work in progress‘. Und schließlich möchte man nicht über die Endversion spekulieren, denn der Entwurf wurde von der Landesverwaltung zurückgewiesen.

Das ist erst einmal eine gute Nachricht.

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Steilvorlage – Landesaktionsplan Vielfalt (12)

Ein Kernthema der Arbeit am Landesaktionsplan gegen Homophobie in Schleswig-Holstein sollte die Bildungsarbeit werden. Es ist nicht nur aus meiner Sicht wichtig, in einer Gesellschaft vorhandenen Vorurteilen, Diskriminierungen und Haß möglichst entschlossen und frühzeitig zu begegnen. Nach allem, was man dazu lesen konnte, ist Bildung dabei ein zentraler Schlüssel, und es braucht Wissen und Konzepte, um bereits in den Schulen die Grundlagen für Respekt und Akzeptanz zu legen.

Der Blick in andere Bundesländer macht dabei deutlich, wie wichtig grundsolide Arbeit dabei ist, die auch andere gesellschaftliche Gruppen im Blick behält. In Baden-Württemberg hat sich beispielsweise eine breite Allianz aus Fundamentalkatholiken, Familienschützern und Evangelikalen gebildet und für heftige Wellen gesorgt. Mehr als 100.000 Menschen haben sich dabei gegen die Behandlung schwul-lesbischer Themen in den Schulen ausgesprochen. Gleichzeitig erlebte Deutschland zu Anfang des Jahres politische Wirren, die von rechten Pegida-Anhänger_innen verursacht wurden und grundsätzlich die Frage aufwerfen, wie viel Akzeptanz für Anderes in Deutschland möglich ist.

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Wenn schwule Männer koalieren – LANDESAKTIONSPLAN VIELFALT (11)

Lübeck ist auch eine schöne Stadt. Und mit der ‚Lübecker Erklärung für Akzeptanz und Respekt‘ versucht der LSVD nun, am ganz großen Rad zu drehen und landesweit Unternehmen einzubinden. Gut gemeint, schlecht gemacht, und Lesben sind schon gar nicht mehr sichtbar.

Doch zunächst: Ich persönlich halte es für wichtig und richtig, Akzeptanz und Respekt in der Gesellschaft breit zu verankern. Die Unterstützung aller gesellschaftlich relevanten Gruppen ist wichtig für einen gesellschaftlichen Konsens, der nicht in Worthülsen und Absichtserklärungen steckenbleibt sondern gemeinsam und aktiv am Thema arbeitet. Homophobie darf in unserer Gesellschaft keinen Platz haben.

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Service: Alle Artikel zum Landesaktionsplan gegen Homophobie „Echte Vielfalt“

Bisher erschienen die folgenden Teile dieser Artikelserie:

SCHÖNE PARTY HIER – Landesaktionsplan Vielfalt (10)

Mittlerweile schreiben wir den Frühsommer 2014, und so langsam beginnt das Projekt ‚Landesaktionsplan‘ für den LSVD Schleswig-Holstein so richtig rund zu laufen. Die Gelder sind aufgeteilt, die ehrenamtlichen Mitarbeiter_innen schreiben fleißig Themen für die Broschüre und mehr zusammen. Zeit, an die Öffentlichkeit zu gehen und sich selbst zu feiern.

Erster Termin der Feier wird eine Veranstaltung im Landeshaus am 1. Juli 2014, bei der man sich – in Anwesenheit der Sozialministerin Kristin Alheit – selbst über den grünen Klee lobt.

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(Alt)Papier ist geduldig – LANDESAKTIONSPLAN VIELFALT (9)

Kommen wir zur Broschüre, dem zweiten Teil der Öffentlichkeitsarbeit: sie breitet auf 36 Seiten bunte Bilder und flache Informationen aus. Das ganze wird bestückt mit den Fotos, die schon im Bereich ‚positives Selbstbild‘ mit zweieinhalbtausend Euro bezahlt wurden und mit vielen nichtssagenden Sätzen begleitet, die sich übrigens in ähnlicher Form bereits in einer Broschüre aus Nordrhein-Westfalen fanden.

Darin ein paar Vokabeln aus dem Regenbogenkontext: es werden kurz Bi-, Hetero-, Homosexuell und ein paar andere Spielarten erläutert. Weder etwas, was Gesellschaft noch nicht wüsste, noch in der Sprachqualität über dem Grundschulniveau.

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IN MEDIAS RES – Landesaktionsplan Vielfalt (8)

Nachdem jetzt klar ist, wohin die Gelder geflossen sind lohnt ein Blick auf die Ergebnisse. Dabei werden uns die Bereiche „Öffentlichkeitsarbeit“, „Bildungskonzept für Grundschulen“ und „Bündnis gegen Homophobie“ beschäftigen. Die Kurzform: Es ist nicht alles Gold was glänzt, und wer gut reden kann kann noch lange keine gute Arbeit abliefern. Continue reading

GETEILTE FREUDE IST DOPPELTE FREUDE – Landesaktionsplan Vielfalt (7)

Im letzten Posting hatten wir uns damit beschäftigt, wie 40% der Mittel für den Landesaktionsplan beim Petze-Institut landeten – heute schauen wir uns mal die Zahlen für den LSVD an. Schließlich ist das Fell des Bären noch nicht vollständig verteilt.

Auch der LSVD arbeitet im Rahmen der Aktionsplanerstellung und benennt dazu drei Handlungsfelder: LGBT-Menschen stärken, Öffentlichkeit sensibilisieren, übergreifende Handlungsfelder. Und konkret?

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EINE HAND WÄSCHT DIE ANDERE – Landesaktionsplan Vielfalt (6)

Die 50.000 Euro aus dem Landesaktionsplan sind noch nicht ausgegeben – bisher arbeiten Menschen ja ehrenamtlich. Das ist misslich, aber man kann dem ja abhelfen. Gut geeignet sind dazu Kosten- und Finanzierungspläne, die man mit Worthülsen bestückt. Der Versuch einer Übersetzungshilfe.

Vorab: diese Zahlen sind belegt, und sie stammen aus einem Dokument des LSVD Schleswig-Holstein. Diese Zahlen wurden (meines Wissens nach) versehentlich kurzfristig öffentlich zugänglich gespeichert. Das entsprechende Dokument stelle ich im Anhang zum Download bereit. Es soll nachvollziehbar sein, und es ist mir egal, wenn ich mir dafür eine Klage einhandele. Ich sehe dem entspannt entgegen.

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ANDERE (MIT-)ARBEITEN LASSEN – Landesaktionsplan Vielfalt (5)

Das Bett ist gemacht: Geld eingeworben, Räume gesichert. Nur noch die Frage, wer jetzt die Arbeit macht – schließlich hat man einen Landesaktionsplan zu erstellen. Und eigentlich hat man die Kompetenz nicht. Das lässt sich lösen, indem man Ehrenamtler_innen für sich arbeiten lässt. Das Geld kann man ja trotzdem nehmen.

Auf solche oder ähnliche Gedanken kann man kommen, wenn man sich die vollständige Zeitleiste des Landesaktionsplans gegen Homophobie des Landes Schleswig-Holstein anschaut. Natürlich ist das etwas zugespitzt formuliert, aber der Realität erschreckend nah.

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